SC-09.01 · Robustheitsanalyse
Welche Option trägt in mehreren plausiblen Zukünften – nicht nur im Best Case?
Für konkrete CAPEX-Entscheidungen, bei denen Energiepreise, CO₂-Kosten und Regulierung gleichzeitig offen sind.
Die Frage lautet nicht, ob ein Business Case im Basisszenario positiv wirkt. Die Frage lautet, ob die Investition auch dann noch trägt, wenn mehrere Annahmen gleichzeitig unter Druck geraten. Genau diese Freigabefrage beantwortet die Robustheitsanalyse.
Sie zeigt, welche Annahmen eine Investition tragen, welche Spielräume bleiben und an welchem Punkt die Freigabelogik kippt.
- Auf dem Tisch liegt bereits eine konkrete Option: Anlagenumbau, Elektrifizierung, Speicher, Brennstoffwechsel oder ein anderer klar benannter Capex-Schritt.
- Mehrere Unsicherheitstreiber wirken gleichzeitig auf die Wirtschaftlichkeit. Ein einzelner Forecast oder eine isolierte Sensitivität reicht dafür nicht.
- Benötigt wird keine Methodendiskussion, sondern eine Entscheidungsgrundlage, die intern standhält.
- Dauer
- 6–10 Wochen
- Typischer Trigger
- konkrete Investitionsfreigabe
- Ergebnis
- Urteil, Kipppunkte, Managementvorlage
Entscheidungsboard
Ist diese konkrete Investition unter plausiblen Szenarien freigabefähig, und welche Annahme entscheidet darüber?
Die Analyse verdichtet eine Investition auf drei Ebenen, die sich im Gremium sauber verteidigen lassen.
Vorhaben
Welche Investition genau geprüft wird und welche Varianten im Scope bleiben.
Kipppunkte
Welche Annahmen die Wirtschaftlichkeit tragen und ab welcher Schwelle sie kippt.
Urteil
Ob das Vorhaben freigabefähig ist, unter Auflagen weitergeführt wird oder zurückgestellt werden sollte.
SC-09.02 · Einsatz & Nicht-Fit
Für wen und wann passt die Robustheitsanalyse?
Das Format ist dann richtig, wenn eine konkrete Investition auf dem Tisch liegt und ihre Tragfähigkeit unter realistischen Szenarien noch nicht belegt wurde.
Wann ist das sinnvoll?
- Eine konkrete Capex-Entscheidung steht zur Freigabe: Elektrifizierung, Brennstoffwechsel, Anlagenumbau, Speicher oder ein anderes klar benanntes Vorhaben.
- Energiepreise, CO₂-Kosten oder Regulatorik bewegen sich gleichzeitig – ein einzelner Business Case bildet das nicht ab.
- Vorstand, Geschäftsführung oder Investitionsgremium verlangen eine Entscheidungsvorlage, die Annahmen und Kipppunkte explizit macht.
- Ein internes Modell liegt vor, aber die kritischen Schwellen sind nicht freigelegt. Die Frage lautet: Ab wann kippt die Rechnung?
- Ein Klarheitsworkshop hat die Freigabefrage präzisiert. Die Robustheitsanalyse setzt dort an.
- Die Investition ist im Bereich 500.000 EUR bis 50 Mio. EUR. Der Fehler eines falsch gestellten Business Case ist material.
Nicht passend, wenn …
- Die Freigabefrage noch nicht klar formuliert ist oder mehrere Themen gemischt sind.Dann ist der Klarheitsworkshop der richtige Einstieg.
- Mehrere abhängige Investitionen gleichzeitig geprüft und sequenziert werden müssen.Dann ist die Szenariostrategie der richtige Rahmen.
- Der Bedarf Implementierungsplanung, Technikauslegung, ESG-Reporting oder Fördermittelberatung ist.Das übernehme ich nicht. Ich sage es im ersten Gespräch direkt.
SC-09.03 · Einsatzpunkt
Der richtige Einsatzpunkt liegt zwischen offener Frage und Systemstrategie.
Die Robustheitsanalyse ist das Kernformat, wenn eine Investition benannt ist, aber ihre Tragfähigkeit unter Unsicherheit noch nicht belegt wurde.
Der Einsatzpunkt ist klar: Vor der Robustheitsanalyse steht oft noch eine unscharfe Freigabefrage. Nach ihr beginnt die Arbeit an mehreren gekoppelten Entscheidungen. Dazwischen liegt das Format für eine konkrete Investition.
Jetzt
Robustheitsanalyse, wenn ein Vorhaben auf dem Tisch liegt
Das passende Format, wenn eine konkrete Investition geprüft werden muss und mehrere Annahmen den Business Case gleichzeitig verschieben können.
Vorher
Klarheitsworkshop, wenn die Freigabefrage noch unscharf ist
Das richtige Format, wenn noch nicht klar ist, welche Entscheidung überhaupt getroffen werden soll oder welche Unsicherheiten wirklich zählen.
Klarheitsworkshop ansehenDanach
Szenariostrategie, wenn mehrere Freigaben aneinanderhängen
Der nächste Schritt, wenn nicht mehr eine Einzelinvestition, sondern eine Reihenfolge aus mehreren abhängigen Entscheidungen modelliert werden muss.
Szenariostrategie ansehenSC-09.04 · Entscheidungsunterlage
Die Entscheidungsunterlage trennt Annahmen, Kipppunkte und Urteil sauber voneinander.
Das Ergebnis ist auf Managementgebrauch ausgelegt: explizite Szenarien, sichtbare Schwellen und ein klares Urteil zur Tragfähigkeit des Vorhabens.
Eine belastbare Freigabe braucht mehr als eine Zahl. Sie braucht eine Logik, die offenlegt, welche Annahmen gesetzt wurden, welche Spannbreite plausibel ist und wann aus einer tragfähigen Rechnung eine riskante Wette wird.
Beispielform
So wird aus Szenariologik ein Freigabeurteil
Die Matrix zeigt nicht das eine richtige Szenario, sondern wie robust das Vorhaben über mehrere plausible Lagen hinweg bleibt.
Defensiv
niedriger Preisdruck, stabile Förderlogik
Plan-Auslastung erreichbar
trägt
Spannung
höhere Strom- oder CO₂-Kosten
Auslastung bleibt unter Plan
angespannt
Bruch
Preisband kippt, Förderlogik fällt weg
Anlauf verzögert sich
kippt
- Szenario-Set
3–5 Szenarien mit dokumentierten Annahmen zu Energiepreisen, CO₂-Kosten, Auslastung, Förderlogik und Technologiepfad.
- Robustheits-Vergleich
Option A/B/C: Sensitivitäten, Kipppunkte, Bandbreiten. Zeigt, welche Investitionsoption unter welchen Szenarien noch trägt.
- Decision Briefing
10–15 Seiten: Empfehlung und die Bedingungen, unter denen sie kippt. Direkt verwendbar für Geschäftsführung, Vorstand oder Investitionsgremium.
- Risiko-/Optionslogik
Welche Optionen offengehalten werden sollten, welche Lock-ins vermieden werden müssen – und unter welchen Signalen nachgesteuert wird.
- Management-Readout
60–90 Minuten strukturierte Präsentation der Ergebnisse für das Entscheidungsgremium, mit Diskussion der Kipppunkte und nächsten Schritten.
- Daten-Appendix
Inputquellen, Parameter und Versionierung der Modellierungsbasis. Sichert Nachvollziehbarkeit und ermöglicht spätere Revisionen.
Aus der Praxis
Beispiel I
Beispiel II
SC-09.05 · Arbeitsrahmen
Der Arbeitsrahmen bleibt fokussiert: kleiner Kreis, feste Reviews, klare Datengrundlage.
Die analytische Tiefe liegt in der Modellierung, nicht in einem ausufernden Projektapparat.
Kickoff und Freigabefrage
Zum Start wird die Investition präzise eingegrenzt: Welche Variante steht zur Freigabe, welche Annahmen sind entscheidend und welches Urteil muss am Ende möglich sein?
Datengrundlage
Vorhandene Business Cases, Lastprofile, Opex-Annahmen, CAPEX-Spannen und technische Eckdaten reichen meist als Startbasis. Fehlstellen werden als Annahmen offengelegt, nicht verdeckt.
Zwischenreview
Zwischenergebnisse werden mit dem Kernkreis geprüft, damit Szenarien, Schwellen und Managementlogik bis zur finalen Vorlage konsistent bleiben.
Beteiligtenkreis
Meist genügen Geschäftsführung oder CFO, ein technischer Ansprechpartner sowie bei Bedarf Einkauf oder Werkleitung. Der Kreis bleibt bewusst klein.
Zeitrahmen & Aufwand
Typisch: 6–10 Wochen · 3–4 Termine · 2–3 Ansprechpartner auf Kundenseite
Ihr Input
- Bestehender Business Case oder Investitionsskizze (auch lückenhaft)
- Energieverbrauchsdaten oder Lastprofile des Vorhabens
- Opex-Annahmen und CAPEX-Spanne
- Benennung des Entscheidungsgremiums (Vorstand, GF, Investitionskommission)
- Technische Eckdaten des Vorhabens (Leistung, Nutzungszeit, Technologiepfad)
SC-09.06 · Paketlogik
Paketlogik und Preisrahmen
Die Robustheitsanalyse wird als Projektauftrag mit definiertem Scope vereinbart. Der Preis hängt von der Anzahl der Optionen und Szenarien ab.
Orientierung: 22.000–32.000 EUR (netto), abhängig von Scope, Anzahl der Investitionsvarianten und Szenarienanzahl.
Compact
ab 22.000 EUR
Eine Investitionsvariante, 3 Szenarien, klare Datenlage. Boardfähiges Investitionsurteil als Decision Briefing für Geschäftsführung.
6 Wochen
Standard
ab 27.000 EUR
Zwei Investitionsvarianten, 4–5 Szenarien, Midpoint-Review, Management-Readout.
8 Wochen
Extended
ab 32.000 EUR
Drei Varianten oder komplexe Datenlage, 5 Szenarien, Sensitivitätsanalysen, Vorstandspräsentation.
10 Wochen
Festpreisprojekt, kein T&M. Alle Arbeitsstunden, Modellierungsarbeit, Reviews und die Managementvorlage sind enthalten. Reisekosten bei Vor-Ort-Terminen werden separat vereinbart. Scope wird im Kickoff final abgestimmt.
SC-09.07 · FAQ
Häufige Fragen
Direkte Antworten auf die Fragen, die vor Projektbeginn typischerweise entstehen.
Welche Daten brauche ich, bevor wir starten?
Ein bestehender Business Case, auch lückenhaft, reicht als Ausgangsbasis. Energieverbrauchsdaten, technische Eckdaten und eine Schätzung der CAPEX-Spanne genügen. Fehlstellen werden im Modell als explizite Annahmen geführt, nicht ignoriert.
Wie unterscheidet sich die Robustheitsanalyse von einem klassischen Business Case?
Ein klassischer Business Case rechnet ein Szenario durch und optimiert es. Die Robustheitsanalyse prüft eine Investition gegen mehrere plausible Zukunftsbilder und legt explizit offen, ab welchen Schwellen die Rechnung kippt. Das Ergebnis ist kein optimierter Plan, sondern eine belastbare Freigabegrundlage.
Kann das Ergebnis intern weiterverwendet werden?
Ja. Die Managementvorlage ist auf interne Weiternutzung ausgelegt: lesbar für Geschäftsführung und Vorstand, nachvollziehbar für das eigene Finanzteam und exportierbar für Gremienvorlagen. Modelllogik und Annahmen werden transparent dokumentiert.
Was passiert, wenn die Analyse zeigt, dass die Investition nicht trägt?
Das ist ein valides und wertvolles Ergebnis. Ein klares Nicht-Freigabe-Urteil mit expliziten Bedingungen spart Kapital und schützt vor strategischen Fehlinvestitionen. Der Bericht benennt dann auch, unter welchen Annahmen das Vorhaben wieder tragfähig würde – und wann also erneut zu prüfen wäre.
Wie wird Vertraulichkeit gehandhabt?
Auf Wunsch wird vor Beginn eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) abgeschlossen. Alle Unterlagen, Daten und Analysen bleiben intern. Ich veröffentliche keine Fallbeschreibungen ohne ausdrückliche Zustimmung – und selbst dann nur anonymisiert.
Lässt sich die Analyse später für die Szenariostrategie nutzen, wenn weitere Investitionen hinzukommen?
Ja. Das Szenariomodell und die Annahmen aus der Robustheitsanalyse können direkt als Ausgangsbasis für eine spätere Szenariostrategie verwendet werden. Wenn sich die Lage nach der Analyse verändert oder weitere Investitionen hinzukommen, ist ein nahtloser Übergang möglich.
SC-09.08 · Anwendungsfelder
Wo die Robustheitsanalyse typischerweise greift.
Vier typische Freigabefragen zeigen, in welchen Entscheidungslagen das Format den größten Wert liefert.
Diese Felder dienen der Einordnung. Entscheidend bleibt immer dieselbe Frage: Liegt eine konkrete Investition auf dem Tisch, deren Tragfähigkeit unter Unsicherheit belastbar bewertet werden muss?
Prozesswärme
Elektrifizierung steht im Raum. Der tragfähige Preispfad fehlt.
Eine Industriewärmepumpe oder ein anderer Elektrifizierungspfad soll freigegeben werden, aber Strompreis, Netzentgelte und Auslastung bleiben offen.
Flexibilität
Der Hebel wirkt plausibel. Die Freigabe noch nicht.
Ein Batteriespeicher oder Lastmanagement-Projekt verspricht Nutzen, doch Betriebsweise, Zweitnutzen und Netzkostenlogik sind noch nicht sauber sortiert.
Brennstoffpfad
Die Alternative ist benannt. Die Preislogik entscheidet.
Wasserstoff, Biomethan oder ein Brennstoffwechsel werden gegen Strom-, Gas- und CO₂-Kostenpfade geprüft.
Preisannahmen
Der Business Case sieht gut aus. Die Schwelle ist nicht dokumentiert.
Eine Strompreisprognose, Gaspreisprognose oder ein CO₂-Kostenpfad steckt bereits im Modell, aber der Kipppunkt ist noch nicht freigelegt.
Wenn mehrere Investitionen aneinanderhängen, verschiebt sich die Frage von der Einzelprüfung zur Reihenfolge. Dann folgt oft die Szenariostrategie.
Redaktionelle Vertiefung liefern die Beiträge Industrielle Prozesswärme, Netzresilienz im Werk und Wasserstoffbezug 2026.
SC-09.09 · Erstgespräch

Gesprächspartner
Lars Schellhas van Kisfeld
Titel
M.Sc. RWTH Aachen
Rolle
Geschäftsführer, Schellhas Consulting
Fokus
Investitionsentscheidungen unter Unsicherheit
Ihre Freigabefrage in 30 Minuten sauber sortieren.
Ich ordne mit Ihnen ein, ob die Robustheitsanalyse jetzt der richtige Rahmen ist und welche Annahmen zuerst offen auf den Tisch müssen.
Format
30 Minuten
Ziel
Freigabefrage eingrenzen
Ergebnis
Decision Check
Im Erstgespräch schaue ich mir mit Ihnen die konkrete Investitionsentscheidung, die kritischen Annahmen und den nötigen Analyseumfang an. Danach ist klar, welche Frage das Projekt beantworten muss und mit welchem Rahmen Sie belastbar weiterkommen.
- Welche Investition soll freigegeben werden und welche Annahmen sind dafür wirklich kritisch?
- Reicht eine Robustheitsanalyse für die Entscheidung oder ist die Lage bereits systemischer und näher an der Szenariostrategie?
- Welche Unterlagen genügen als Startbasis, damit in 6–10 Wochen eine belastbare Entscheidungsvorlage entsteht?